ComfyUI und EXIF: Die brauchbaren Daten stecken in PNG-Textchunks
Wer nach ComfyUI-EXIF sucht, findet im EXIF-Block meist nichts und schließt daraus, es sei nie etwas geschrieben worden. Tatsächlich legt ComfyUI die Generierungsdaten üblicherweise in PNG-Textchunks ab, nicht im Kamera-EXIF. Aus dem Original-PNG liest AICheck365 lokal im Browser Prompt und Workflow-JSON, Anzahl der Nodes, Modellnamen, Seed, Sampler, CFG und Bildmaße aus — samt der rohen Textchunks.
Kurz gesagt: Der Schlüsselname verrät das Frontend
Die Schlüssel prompt und workflow sind die ComfyUI-Konvention und enthalten den serialisierten Node-Graph als JSON. Ein parameters-Chunk deutet dagegen auf AUTOMATIC1111-Ausgabe und packt Prompt, Seed, Sampler, CFG und Modell in einen einzigen String. Nichts davon ist signiert, also editierbar und entfernbar: Diese Daten erklären die Herkunft gut, beweisen sie aber nicht.
Mitgeliefertes Beispiel und Parser-Ausgabe
| Mitgeliefertes Beispiel | Ein Stable-Diffusion-XL-PNG aus den offiziellen ComfyUI-Beispielen, aus der Beispielliste reproduzierbar. |
|---|---|
| Erkannte Felder | PNG-Textchunks namens prompt und workflow mit vollständigem, unsigniertem Workflow-JSON, Node-Graph und Generierungsparametern. |
| Beweisstufe | Unsignierte beschreibende Metadaten: eine starke Erklärung der Entstehung, aber nicht manipulationssicher wie eine C2PA-Signatur. |
Prüfbare Signale
| prompt | Node-Graph-Daten und Generierungsparameter von ComfyUI, als JSON serialisiert. |
|---|---|
| workflow | Die Graphstruktur, die sich bei intaktem Original-PNG oft direkt wieder in ComfyUI laden lässt. |
| Modell- und Sampler-Felder | Checkpoint- beziehungsweise Modelldateinamen, Sampler, Scheduler, Steps, CFG, Seed sowie Breite und Höhe, sofern vorhanden. |
| Rohe Textchunks | Die ursprünglichen tEXt-/iTXt-/zTXt-Werte bleiben für die genaue Prüfung und den JSON-Export erhalten. |
Warum das kein EXIF ist
EXIF ist ein Kamerastandard mit festen Tags für Belichtung, Blende und Objektivdaten. Ein mehrzeiliger Prompt oder ein serialisierter Node-Graph hat darin schlicht keinen Platz. Die PNG-Spezifikation dagegen definiert Textchunks, die beliebige Schlüssel-Wert-Strings aufnehmen — dort hat sich das Ökosystem eingerichtet. Genau daraus entsteht das häufigste Missverständnis: Ein Werkzeug, das nur EXIF liest, meldet nichts für eine Datei, die voller lesbarer Belege steckt.
Was den Workflow entfernt — und was nicht
Textchunks sind auf eine gut vorhersagbare Weise fragil: Kopieren überstehen sie, erneutes Kodieren selten. In der Praxis:
- Die Umwandlung von PNG nach JPEG verwirft sie vollständig, da JPEG keinen entsprechenden Container kennt.
- Soziale Netzwerke und Messenger kodieren Uploads neu und werfen die Textchunks dabei weg.
- Screenshots behalten das Bild und keinerlei Metadaten, denn aus Pixeln entsteht eine neue Datei.
- Kopieren, Verschieben oder das Hochladen an einen Ort, der die Datei unverändert speichert, erhält alles.
ComfyUI-Workflow Schritt für Schritt auslesen
- Das Original-PNG verwenden — Nehmen Sie die Datei so, wie das Frontend sie geschrieben hat — keinen Screenshot, keine JPEG-Konvertierung, keinen Social-Media-Download.
- Den PNG-Parameter-Extractor öffnen — Die Datei wird im Browser geparst, zum Auslesen wird nichts hochgeladen.
- Das schreibende Frontend bestimmen — prompt oder workflow deuten auf ComfyUI, ein parameters-Schlüssel auf AUTOMATIC1111-Ausgabe.
- Die Generierungseinstellungen lesen — Prüfen Sie Prompt, negativen Prompt, Seed, Sampler, CFG, Steps, Modell und Größe, die der Chunk tatsächlich enthält.
- Richtig gewichten — Behandeln Sie das Ergebnis als starke Erklärung der Herkunft, aber denken Sie daran: unsigniert und damit editierbar.
Grenzen
- PNG-Textchunks sind unsigniert: editierbar, entfernbar und auf ein fremdes Bild kopierbar.
- JPEG-Konvertierung, erneutes Kodieren auf sozialen Netzwerken und Screenshots zerstören sie.
- Eigene Nodes und Erweiterungen schreiben mitunter Felder, die sich nicht immer in lesbare Labels normalisieren lassen.
- Kein gefundener Workflow heißt nicht, dass das Bild nicht generiert wurde — nur, dass diese Kopie keinen trägt.
Für Prompts und Workflows den PNG-Parameter-Extractor nutzen; die vollständige Erkennung, wenn zusätzlich C2PA und EXIF/XMP geprüft werden sollen.
FAQ
Sind ComfyUI-Metadaten wirklich EXIF?
Meist nicht. Die wichtigen Daten liegen üblicherweise in PNG-Textchunks wie prompt und workflow und nicht in EXIF-Tags einer Kamera.
Lässt sich der genaue Workflow wiederherstellen?
Bei originalen PNG-Exporten oft ja — aber nur, wenn der workflow-Chunk geschrieben und danach nicht entfernt wurde.
Warum ist die Konfidenz niedriger als bei C2PA?
Weil ComfyUI-Workflow-Metadaten unsigniert sind: Sie lassen sich bearbeiten und auf andere Dateien kopieren.
Werden meine Dateien hochgeladen?
Nein. Das Parsen läuft als WebAssembly im Browser, Prompts und Workflows bleiben auf Ihrem Gerät.
Quellen und Prüfprotokolle
- Offizielle ComfyUI-Beispiele — Herkunft des mitgelieferten SDXL-PNG mit Workflow.
- W3C PNG Third Edition — Standardreferenz für PNG-Chunks und die Formate tEXt/iTXt/zTXt.
- Methodik von AICheck365 — Wie unsignierte Metadaten gegen signierte Herkunft gewichtet werden.